Die Foundation
Die TONG BAI FOUNDATION
Die TONG BAI FOUNDATION wurde am 1. Januar 2011 ins Leben gerufen. Sie entstand aus dem Wunsch heraus, Elefantenprojekte zu ermöglichen, die sich nicht allein durch kommerziellen Tourismus finanzieren lassen, und den asiatischen Elefanten sowie den Menschen, die mit ihnen leben, eine langfristige Perspektive zu geben.
Im Gedenken an den verstorbenen Elefantenbullen Tong Bai wurde das Projekt TONG BAI gegründet und später in eine Stiftung überführt. Parallel dazu entstand der deutsche gemeinnützige Verein TONG BAI e.V., am 18. Februar 2025 folgte die Gründung des ebenfalls gemeinnützigen Vereins Tong-Bai Schweiz.
Die Entstehung der Stiftung ist eng mit den historischen Entwicklungen in Thailand, der Arbeit von Elephant Special Tours und dem persönlichen Weg ihres Gründers verbunden.
Tradition und Wandel
In vielen asiatischen Ländern wurden Arbeitselefanten über Jahrhunderte hinweg im Holzschlag eingesetzt. Noch Ende der 1980er-Jahre lebten allein in Thailand rund 11’000 domestizierte Elefanten. Mit dem Abholzungsverbot von 1989 verloren schätzungsweise 2’000 bis 3’000 dieser Tiere ihre traditionelle Arbeit.
Für Elefanten und Mahouts bedeutete dieser abrupte Wandel den Verlust ihrer Existenzgrundlage. In der Folge wurden viele Elefanten im Tourismus eingesetzt oder in Städte gebracht, wo sie zum Betteln gezwungen wurden. Gleichzeitig drohte wertvolles traditionelles Wissen über Haltung, Ausbildung und Zucht von Elefanten verloren zu gehen.
Elephant Special Tours
Bodo Jens Förster arbeitete viele Jahre als Elefantenpfleger in Zoos und Tierparks in Deutschland und Europa. In Thailand eignete er sich zusätzlich fundiertes Wissen über die traditionelle Elefantenhaltung an. Aus der Erkenntnis heraus, dass mit dem Ende des Holzeinsatzes auch jahrhundertealtes Wissen zu verschwinden drohte, entwickelte er eine neue Form eines respektvollen, kleinteiligen Tourismus.
Im Jahr 2002 gründete er Elephant Special Tours. Das Camp liegt nahe Chiang Mai in Nordthailand und bietet Elefanten ein Leben, das sich eng an ihren natürlichen Bedürfnissen orientiert. Gäste verbringen mehrere Tage mit den Tieren, begleiten sie durch Wälder und erhalten einen vertieften Einblick in ihr Leben.
Von Beginn an standen neben dem Tourismus auch Tierschutz, die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung und die Achtung traditioneller Kultur im Mittelpunkt. Heute ist Elephant Special Tours in der Region Mae Sapok ein wichtiger Arbeitgeber mit über 30 Mitarbeitenden.
Der erste Zuchtbulle: Tong Bai
Im Jahr 2009 ergab sich die Möglichkeit, einen Elefanten zu kaufen, der als Zuchtbulle geeignet war. Da die finanziellen Mittel dafür fehlten, erklärten sich ehemalige Gäste bereit, das Projekt zu unterstützen. So kam der damals 26-jährige Bulle Tong Bai zu Elephant Special Tours.
Tong Bai zeigte grosses Potenzial als zukünftiger Zuchtbulle und machte einen vielversprechenden Anfang. Doch am 20. März 2010 ereignete sich eine Tragödie: Während eines schweren Gewitters wurde der Baum neben ihm vom Blitz getroffen. Tong Bai geriet in Panik, stürzte einen Abhang hinunter und verstarb.
Bodo Förster schrieb später: „Ich sass einen ganzen Tag neben ihm und begleitete ihn auf seinem Weg ins nächste Leben. In dieser Nacht wurde mir klar, dass ich Elephant Special Tours nicht mehr so wie bisher weiterführen konnte.“
Sinn und Auftrag der Stiftung
Aus dieser Erfahrung heraus reifte die Erkenntnis, dass der Schutz von Elefanten und die Bewahrung traditioneller Mahout-Kultur mehr braucht als ein kommerzielles Modell. Die TONG BAI FOUNDATION wurde gegründet, um genau dort anzusetzen: Projekte zu ermöglichen, die langfristig wirken, Verantwortung übernehmen und Elefanten ein Leben in Würde sichern – unabhängig von kurzfristigen wirtschaftlichen Zwängen.




